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Entscheidung des BFH(Urteil vom 03.09.2015, AZ: VI R 13/15)

Der BFH entschied in diesem Urteil, dass die Versorgung und Betreuung für die eigenen Tiere „haushaltsnahe Leistungen“ i.S.d. § 35 a EStG (Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen) sind.

 

Zum Fall: Die Kläger ließen ihre Katze während eines Urlaubes von einer „Tier- und Wohnungsbetreuung“ in der eigenen Wohnung versorgen. Hierfür zahlten sie rund 300 € und beantragten für diesen Betrag eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG.

Der BFH entschied, dass die Versorgung und Betreuung von Haustieren eine „haushaltsnahe Dienstleistung“ i.S.d. § 35a EStG ist und somit auch für die Kosten eine Steuerermäßigung nach§ 35a EStG zu gewähren ist.

 

Aus dem Urteil: „Nach der Rechtsprechung des Senats müssen die Leistungen eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweisen oder damit im Zusammenhang stehen. Dazu gehören hauswirtschaftliche Verrichtungen, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechend Beschäftigte erledigt werden und in regelmäßigen Abständen anfallen. (…) Der Begriff „haushaltsnah“ ist hierbei als sinnverwandt mit dem Begriff „hauswirtschaftlich“ anzusehen. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten sind solche, die üblicherweise zur Versorgung der dort lebenden Familie in einem Privathaushalt erbracht werden. (…) Unter Zugrundelegung dieser Grundsätze sind auch die Versorgung und Betreuung eines im Haushalt des Steuerpflichtigen aufgenommenen Haustieres haushaltsnahe Dienstleistungen (…). Denn Tätigkeiten wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und die sonstigen Beschäftigungen des Tieres oder im Zusammenhang mit dem Tier erforderliche Reinigungsarbeiten fallen regelmäßig an und werden typischerweise durch den Steuerpflichtigen selbst oder andere Haushaltsangehörigen erledigt.“